Im Dienst der Gräfin

Entstehungsgeschichte

Im Dienst der Gräfin - Umschlagabbildung A

Als ich das erste Mal von Erzsébet Báthory hörte, war ich etwa sechzehn Jahre alt und besuchte zum ersten Mal meine tschechische Heimat. Dort ist die Legende der Blutgräfin vor allem durch den bis heute erfolgreichen historischen Schauerroman des slowakischen Autors Jozo Niznansky (1903 - 1976) bekannt geworden. Ein Onkel erzählte mir davon, und die Geschichte einer geisteskranken Adeligen, die Hunderte junger Mädchen zu Tode folterte, schien mir damals ein ebenso gruseliger wie reizvoller Stoff für einen Roman.

Jahre später las ich einen deutschen Zeitungsartikel über die historische Gestalt der Báthory, einer mächtigen ungarischen Adeligen aus dem frühen 17. Jahrhundert. Hier wurden einige Beispiele für ihre angeblichen Folterexzesse im Detail geschildert, was mich sehr schnell wieder von diesem Thema abbrachte. Einen Menschen, der zu solcher Grausamkeit fähig war, zur Hauptfigur eines Romans zu machen, schien mir allzu düster und abstoßend. Für lange Zeit hatte ich mit dem Thema abgeschlossen – bis ich durch Zufall im Internet auf die Information stieß, dass das wahre Ausmaß der Schuld der vermeintlichen Blutgräfin letztendlich umstritten sei. Nun war mein Interesse geweckt, ich besorgte mir weitere Bücher zum Thema und machte mich auf die Spur einer ebenso umstrittenen wie faszinierenden historischen Gestalt.

Erzsébet Báthory (1560 - 1614) war eine ungewöhnlich kluge, willensstarke Frau, die in einem von endlosen Kriegen und Aufständen erschütterten Land lebte. Gewaltanwendung war damals viel selbstverständlicher, als sie heute ist, und ungarischen Landesherren stand das Recht zu, Leibeigene ohne irgendeinen Prozess zu töten. Mit der völlig weltabgewandten Geisteskranken aus den Legenden, die in einem Spukschloss ihren Folterexzessen nachging, hat die historische Gestalt der Báthory dennoch nicht viel gemein. Sie nahm bis kurz vor ihrer Verhaftung aktiv am gesellschaftlichen Leben Ungarns teil und verwaltete mit viel Umsicht ein riesiges Vermögen. Die Frage, ob sie die ihr zugeschriebenen Verbrechen tatsächlich begangen hat oder nur das Opfer einer politischen Intrige ihrer Gegner wurde, wird sich wohl nie genau beantworten lassen. Daher habe ich mir ich als Autorin auch die Freiheit genommen, diese Figur und die damaligen Ereignisse so zu schildern, wie es mir am wahrscheinlichsten schien.

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